Forum für Weltreligionen
3. März - Kurt Schubert Preis 2022

 

 

 

 

 

 

8. Preisverleihung

KURT SCHUBERT-GEDÄCHTNISPREIS

für interreligiöse Verständigung

an

ASZTRIK VÁRSZEGI OSB
Erzabt em. von Pannonhalma

  Do 3. März 2020, 17.00 Uhr

Martinus-Saal der Diözese Eisenstadt
Pfarrgasse 32a, Eisenstadt

 

Anmeldung benötigt: forum@weltreligionen.at

Die vielfache Absage des jungen Kurt Schubert an die gottlose Diktatur des Nationalsozialismus gründete in seinem tiefen christlichen Glauben. In unserer heutigen Wohlfahrtsgesellschaft oberflächlichen Glaubens und wachsender Abergläubigkeit ist es uns ein Bedürfnis, das Gedächtnis des Bekenners K. Schubert, des Begründers der wissenschaftlichen Judaistik in deutschsprachigen Ländern, durch eine Preisverleihung an verdiente Persönlichkeiten hoch zu halten. Die religionsverbindende, völkervereinende Macht des Monotheismus soll dabei besonders anlässlich des Gedächtnisses 100 Jahre Burgenland und 60 Jahre Diözese Eisenstadt erfahrbar werden – zumal das jüdische Museum dieser Landeshauptstadt sich in besonderer Weise dem Wirken des Ehepaares Kurt und Ursula Schubert verdankt.

Diesmal werden die hohen Verdienste des Erzabtes emeritus von Pannonhalma und Bischofs Asztrik Várszegi gewürdigt: Sein unermüdlicher Einsatz für die Ökumene, für den interreligiösen Dialog, für die Wertegemeinschaft des Friedens und der Freiheit Europas und besonders für die Freundschaft mit dem nachbarlichen Österreich. Als Vorstand der Mönchsgemeinschaft am Martinsberg, war er würdiger Vermächtniswalter des frühen Bekennerbischofs eines umfassenden römischen Reiches, Martin, aus dem pannonischen Sabaria als Offiziersanwärter gebürtig und als Christ zum Bischof des gallischen Tours und Poitiers geweiht, eines Glaubensboten in den gesamten oberrheinischen Provinzen. Erzabt Asztrik ist ein mutiger Pionier dieser geschichtsträchtigen Mönchgemeinschaft, die sich in so manchen schweren Zeiten zu bewähren hatte und dabei nicht nur ihrer eigenen Sendung treu blieb, sondern auch ihre Pforten weit für unzählige Schutzsuchende weit öffnete. Dabei gelang es ihr auch, das Vertrauen der übrigen christlichen Konfessionen zu gewinnen und solidarisch für interreligiöse Beziehungen in der modernen religionspluralen Gesellschaft einzusetzen. Echte Freundschaft übte der zum Bischof bestellte Erzabt Várszegi auch über die Grenzen seines Landes hinaus: vor allem mit Österreich, das dies auch mit der Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich zu würdigen wusste.

Der Kurt Schubert-Gedächtnispreis für interreligiöse Verständigung ist unter den zahlreichen öffentlichen Auszeichnungen die einzige, die sich des Ursprungs jedes Dialogdenkens annimmt. Diese verborgene Quelle jüdisch-christlichen Aufbruchs wurde zum Weg der Hoffnung gegen die Bildung und Auswüchse von Ideologien. Das Stiftungskomitee trägt das Vermächtnis des Judaisten Kurt Schuberts, dieses wichtigen Vertreters des Dialogs, durch prominente Preisträger weiter. Dabei ist es uns ein Anliegen, deren Beispiel in der Öffentlichkeit bekannt und wirksam zu machen. Begegnung und Dialog sowie die Vermittlung historischer Erfahrungen scheinen die einzigen Mittel zu sein, Fremdenhass, Vorurteilen und Antisemitismen zu begegnen.

Vom christlich-jüdischen Dialog aus wurde dessen Auftrag durch das Zweite Vatikanische Konzil auf alle Religionen ausgeweitet. Religionen sollen zur Gemeinsamkeit finden, miteinander Frieden stiften und sich für die Durchsetzung und Bewahrung der Menschenrechte einsetzen. Deshalb ist diese Preisverleihung ein Anliegen aller Religionsgemeinschaften in Österreich geworden. Auch die Öffentlichkeit hat erkannt, dass diese Werte Schutz verdienen.

Programmvorschau und Infos hier