Forum für Weltreligionen
Nächster AGORA Vortrag 12. Dezember 2017

"WIR WERDEN IHNEN UNSERE ZEICHEN IN DER AUSSEN- UND INNENWELT ZEIGEN..." (Koran 41/53)


Univ. Prof. Dr. Abdullah TAKIM, Universität Wien

Dienstag, 12. Dezember 2017, 18.30-20.00

 

Eine der wichtigsten Vollzüge muslimischer Frömmigkeit verwirklicht sich in Mählern. Zu ihnen gehört auch die Enthaltung von gewissen Speisen und Getränken,  aber auch der völlige Verzicht auf sie tagsüber während des Fastenmonats Ramadan. Darin soll leibhaft ausgedrückt werden, dass der Mensch nicht allein von äußerer Nahrung, sondern vor allem von Gottes Wort leben soll. Und diese Seine Offenbarung erfordert einen reinen Glauben,  geläutert eben auch durch Einschränkungen, die die Läuterung und Reinigung des Herzens bewirken sollen. Nur wach und bewusst soll sich der Gottesfürchtige zu Dank und Gebet vor Gott einfinden.

 

Es gibt aber noch eine andere Dimension des Mahles, die der Gläubige beachten soll. Der Muslim sollte dabei nie nur an sich selber denken, sondern besonders bei dieser Gelegenheit heilige Gastfreundschaft üben. Mähler sollen geteilt werden- mit der Familie, mit Freunden, aber auch mit Fremden und Bedürftigen.  Das Gebot des Teilens soll von Selbstsucht befreien und zu friedlicher Gemeinschaft führen. Das geschieht betont bei festlichen Anlässen wie bei den Iftar Mählern während und am Ende des Ramadan, aber auch am Opferfest.  Dabei sollte durchaus auch auf das paradiesische Jenseits gedacht werden, wo wir nach Gottes Willen in ungetrübter Vollendung wahre Verbundenheit erleben sollen.

 

Ort: Otto Mauer Zentrum, Währingerstr. 2-4, Mezzanin, 1090 Wien

DIE JÜDISCHEN REINHEITSGESETZE

und deren anamnetische Bedeutung

Rab. Mag. Lior BAR-AMI, Liberale Gemeinde Wien

Dienstag, 14. November 2017, 18.30-20.00

Die Kulttradition als tragende Lebensquelle des Gottesbundes

Im Anschluss an das Judentum weisen alle „abrahamitischen“ Monotheismen  mit ihrem Bekenntnis zum einen einzigen G´tt alles scharf zurück, was an Aberglauben erinnern und zu dessen Praktiken führen könnte. Warum dann, so wird zu Recht gefragt, kennen Judentum wie Islam Unreines, das sorgfältig zu meiden ist? Das gegebenenfalls der radikalen Reinigung bedarf?

 

Judentum und Islam kennen zunächst ein radikales Bilderverbot, das Christen mit der Auflage  klarer Transparenz der unverzichtbaren Zeichen für den Undarstellbaren ebenfalls gilt. Das Judentum kennt aus seiner langen Tradition freilich auch konkrete Anfälligkeiten der Gläubigen für unreines Verhalten und abergläubische Praktiken. „Unrein sind nicht Geschirre und Besteck, die Milch und Blut vermischen, sondern Menschen, die Jung- und Muttertiere grausam trennen. Gedenke Mensch! Unrein ist nicht Geschlechtliches, sondern Menschen die im Herzen, im Geheimen  oder ganz offen die Ehe brechen. Gedenke Mensch! Unrein ist nicht Ungeschächtetes, sondern der Mensch, der das Leben, dessen Zeichen Blut ist, gefährdet oder ermordet bzw. auch massenweise tilgen lässt. Gedenke Mensch Mitmenschen und Mitwelt! Usf. 

 

Gebote scheinen Denkmäler des Erinnerns, der Warnung, der Hoffnung. die dem pilgernden Menschen mit auf den Weg gegeben werden. Werden sie verletzt, so ist er samt seiner Gemeinschaft gefährdet bzw. bedroht. Der Weg zum einen G´tt ist ein unfassbares Geschenk und ein dauernd gefährdeter Anspruch. „Seid heilig, wie auch ich heilig bin!“ dessen ist man nie von vorne herein würdig, man muss ein Leben lang versuchen, es zu werden!

 

Ort: Otto Mauer Zentrum, Währingerstr. 2-4, Mezzanin, 1090 Wien