Forum für Weltreligionen
Nächster AGORA Vortrag: 2. April 2019

Dienstag, 2. April 2019, 18.30-20.00

"FÜHRE UNS DEN GERADEN WEG…"

Das Wegmotiv in islamischen Traditionen

Dr. Ulricke BECHMANN, Graz

Das Motiv des Weges spielt in islamischen Traditionen in vielfacher Hinsicht eine zentrale Rolle. Der Exodus aus Mekka durch Muhammad und die ersten Anhänger/innen markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung, die Rückkehr nach Mekka zur Kaaba verankert den Wallfahrtsort auch in der islamischen Frömmigkeit. Wer nach Mekka reiste, begab sich früher oft auf einen gefahrvollen Weg, wo die Rückkehr nicht gesichert war. Wege zurückzulegen ist Teil der Wallfahrt, die auch heute noch als Weg zur Kraft zu tiefen spirituellen Erfahrungen erlebt wird. Die Reise war schon ein zentrales Motiv der altarabischen Poesie. Und so dient der Weg, der Pfad, die Reise auch als Metapher für das Glaubensleben. In der Fatiha, der ersten Sure, bittet man um die Rechtleitung auf den richtigen Weg, den Weg der Gerechten. In den mystischen Traditionen begibt man sich auf einen Weg nach innen. Der Vortrag spürt wichtigen Wegmotiven in islamischen Traditionen nach.

Ort: Otto Mauer-Zentrum - Forum Zeit und Glaube

1090 Wien, Währingerstr. 2-4, Mezzanin, (U2 Schottentor)
 
 

 

Dienstag, 5. März 2019, 18.30-20.00

SPANNUNG ZWISCHEN EXIL UND ERLÖSUNG

Galut und Ge’ula als Deutungskonzepte jüdischer Geschichte und Theologie

Dr. Matthias MORGENSTERN, Tübingen

Der Weg des jüdischen Volkes in seiner Glaubensgeschichte ist eng verbunden mit der Erfahrung des Unterwegs-Seins. In der Hebräischen Bibel (Altes Testament) kommen die Erfahrungen von Zerstreuung und Exil im Gefolge des Untergangs des ersten Jerusalemer Tempel zur Sprache. Die nachbiblische Literatur (Talmud und Midrasch) setzt die Zerstörung des zweiten Tempels im Jahre 70 n. Chr. durch die Römer voraus. Neben die Bibel und den Talmud treten die mystischen Überlieferungen des Judentums (in erster Linie das Buch Sohar [Buch des Glanzes]), die in gleicher Weise als inspiriert und kanonisch gelten. In allen diesen Texten hat die geschichtstheologische Deutung der Erfahrung des Exils (hebräisch: Galut) und die Hoffnung auf den Wiedergewinn des Verlorenen in der endzeitlichen Erlösung (hebräisch: Ge’ula) eine wichtige Bedeutung.

Ort: Otto Mauer-Zentrum - Forum Zeit und Glaube

1090 Wien, Währingerstr. 2-4, Mezzanin, (U2 Schottentor)