Forum für Weltreligionen
Nächster AGORA Vortrag 13. November

Dienstag, 13. November 2018, 18.30-20.00

DIE EHE ALS HEILIGES GEHEIMNIS VON ANZIEHUNG UND ENTZUG

Die Kleidung als äußerer Ausdruck innerer Haltung zur Schöpfungsordnung Gottes

Hamideh MOHAGHEGHI, Universität Paderborn

Ein Zusammenleben zwischen Mann und Frau ist, nach islamischer Auffassung, nur durch die Ehe legitimiert, die ein zivilrechtlicher Vertrag ist. Das Ziel der Ehe liegt nicht vordergründig im Erfüllen der Pflicht, sich zu vermehren, sondern darin, dass die Menschen in Gemeinschaft mit Partnerin bzw. Partner die Ruhe finden. Gott stiftet Liebe und Barmherzigkeit zwischen Partner und Partnerin, dadurch entsteht eine stabile und starke Verbindung zwischen zwei Menschen, die sich füreinander entscheiden und eine Familie gründen wollen. Durch diese Verbindung löst sich die Individualität dieser zwei Personen nicht vollständig auf, die intime und feste Beziehung verlangt jedoch ein harmonisches Zusammenspiel zwischen beiden Individuen.

Die Familie gilt im Islam als kleinste und fundamentale Zelle der Gesellschaft, in der die notwendigen Grundregel eingeübt und gelebt werden. Der Familie als Garant für eine in sich ausgewogene Gesellschaft wird eine bedeutende Rolle zugeschrieben.  Sie bietet einen Schutzraum, in dem Liebe, Zuwendung und Geborgenheit erfahrbar gemacht werden soll. Zum Erhalt der Familie und Ehe gehören Verhaltensweisen, die auch sichtbar getragen werden.

Die innere und äußere Kleidung soll für den achtungs- und respektvoller Umgang der Geschlechter unter einander Zeichen setzten und die innere Werte sichtbar zum Ausdruck bringen.

Ort: Otto Mauer-Zentrum - Forum Zeit und Glaube

1090 Wien, Währingerstr. 2-4, Mezzanin, (U2 Schottentor)
 

 
 

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 18.30-20.00

NATIONALISTISCHE UND KOMMUNISTISCHEPOLARITÄTEN IM ZIONISMUS

Die Spannung zwischen Mythos und Mystik

Univ. Doz. Dr. Erik PETRY, Universität Basel

Die Spannung zwischen strengem Sozialismus (Kommunismus) und Nationalismus wird gerade im Zionismus offenbar. Die marx´sche Ideologie kam auch im gesamten Urkommunismus vornehmlich durch Juden zum Tragen, wobei im Zionismus die Spannung zum Patriotismus besonders deutlich auffällt. Mythos und Mystik liegen bis heute in unversöhnlicher Auseinandersetzung.

Wie hängen Zionismus und Religion zusammen? Die Verbindung des Landversprechens aus den religiösen Schriften mit der Idee eines Nationalstaates hat für die Zionisten besonders im fin de siécle eine stark ambivalente Komponente, denn der grösste Teil der Zionisten dieser Zeit (im Unterschied zu Alkalay und Kalischer) ist alles andere als orthodox observant, es sind säkulare Personen, für die Judentum zunächst einmal ein Kultur- und Zugehörigkeitskonzept ist. Man beruft sich eigentlich auf etwas irrationales, auf Religion – aber das passt auch wieder sehr gut zum Nationalismus des 19. Jahrhunderts, denn die Vorstellungen über Volk und Völker sind manchmal nicht weniger irrational, aber genauso wirkungsmächtig.

 

Bitte, beachten Sie: 

Ort: Sommerrefektorium - Kirche St. Michael

1010 Wien, Michaelerplatz/ Habsburgerstr. 12
 (U3 Herrengasse, U1/U3 Stephansplatz)