Forum für Weltreligionen
Nächster AGORA Vortrag 14. November 2017

DIE JÜDISCHEN REINHEITSGESETZE

und deren anamnetische Bedeutung

Rab. Mag. Lior BAR-AMI, Liberale Gemeinde Wien

Dienstag, 14. November 2017, 18.30-20.00

Die Kulttradition als tragende Lebensquelle des Gottesbundes

Im Anschluss an das Judentum weisen alle „abrahamitischen“ Monotheismen  mit ihrem Bekenntnis zum einen einzigen G´tt alles scharf zurück, was an Aberglauben erinnern und zu dessen Praktiken führen könnte. Warum dann, so wird zu Recht gefragt, kennen Judentum wie Islam Unreines, das sorgfältig zu meiden ist? Das gegebenenfalls der radikalen Reinigung bedarf?

 

Judentum und Islam kennen zunächst ein radikales Bilderverbot, das Christen mit der Auflage  klarer Transparenz der unverzichtbaren Zeichen für den Undarstellbaren ebenfalls gilt. Das Judentum kennt aus seiner langen Tradition freilich auch konkrete Anfälligkeiten der Gläubigen für unreines Verhalten und abergläubische Praktiken. „Unrein sind nicht Geschirre und Besteck, die Milch und Blut vermischen, sondern Menschen, die Jung- und Muttertiere grausam trennen. Gedenke Mensch! Unrein ist nicht Geschlechtliches, sondern Menschen die im Herzen, im Geheimen  oder ganz offen die Ehe brechen. Gedenke Mensch! Unrein ist nicht Ungeschächtetes, sondern der Mensch, der das Leben, dessen Zeichen Blut ist, gefährdet oder ermordet bzw. auch massenweise tilgen lässt. Gedenke Mensch Mitmenschen und Mitwelt! Usf. 

 

Gebote scheinen Denkmäler des Erinnerns, der Warnung, der Hoffnung. die dem pilgernden Menschen mit auf den Weg gegeben werden. Werden sie verletzt, so ist er samt seiner Gemeinschaft gefährdet bzw. bedroht. Der Weg zum einen G´tt ist ein unfassbares Geschenk und ein dauernd gefährdeter Anspruch. „Seid heilig, wie auch ich heilig bin!“ dessen ist man nie von vorne herein würdig, man muss ein Leben lang versuchen, es zu werden!

 

Ort: Otto Mauer Zentrum, Währingerstr. 2-4, Mezzanin, 1090 Wien